Das Objekt

Das ca. 100 Jahre alte Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Schlossvilla im neogotischen Stil in Einzellage mit traumhaftem Blick über das Elbtal und Dresden wurde ursprünglich errichtet als Ausflugsgaststätte und diente lange Jahre als Landheim. Im Bestand sind etliche originale Details wie Sandsteinelemente, Innentüren oder Fenster in gutem Zustand erhalten. Die originalen Zinnen und Dacheinfassungen sind leider nicht mehr vorhanden, werden jedoch im Zuge der Sanierungsarbeiten wieder hergestellt.
Nach der Sanierung verfügt das Objekt über neun sehr individuelle 1- bis 5- Raum-Eigentumswohnungen mit Balkonen oder Terrassen von ca. 44 bis ca. 157 m² Wohnfläche. Das absolute Highlight ist der traumhafte Blick aus dem Großteil der Wohnungen über das Elbtal sowie der zur WE Nr. 8 gehörende Aussichtsturm.
Auf dem großzügigen Grundstück werden außerdem Zufahrt, Stellplätze, Carports, Müllplatz, Grillecke und Wäscheplatz angelegt und die Außenanlage ansprechend gestaltet.
Der Standort
Cossebaude gehört zu den ältesten Orten im oberen Elbtal und wurde 1071 in der so genannten „Benno-Urkunde” erstmals erwähnt. Der Ortsname “Cozubudi” stammt aus dem slawischen und bedeutet übersetzt “Ziegenstall”. Im Zusammenhang mit der unter Historikern umstrittenen Schenkung von fünf Dörfern, unter ihnen Cossebaude, durch den slawischen Edelmann Bor an den sagenhaften Bischof Benno, kam der Ort unter die Herrschaft des Meißner Domkapitels. Bereits im 11. Jahrhundert soll Benno hier den ersten Weinberg angelegt und damit den Cossebauder Weinbau begründet haben. Jahrhunderte lang war dieser wichtigster Erwerbszweig der Einwohner des Ortes, der als 8. Obedienz dem Meißner Domstift unterstand.
Um 1263 wurde erstmals ein Vorwerk erwähnt, welches jedoch 1492 bereits wieder aufgelöst wurde. 1427 entstand in Cossebaude die bis heute erhaltene Alte Kapelle, die der heiligen Katharina geweiht war und seit 1902 den Gemeindesaal der Cossebauder Christen beherbergt.
Mit einem Erlass des Kurfürsten Moritz wurde ab 1560 auch der Obstbau in den Orten um Cossebaude eingeführt. Kurfürstliche Beamte verteilten dazu spezielles Saatgut in den Dörfern. Außerdem musste jedes frisch vermählte Paar einen Obstbaum pflanzen.
Nach der Reformation kam der Ort in den Besitz des Prokuraturamtes Meißen, musste aber auch gegenüber dem Amt Dresden verschiedene Dienstpflichten leisten.
Im 17. Jh. war Cossebaude im Besitz des Geheimrates Aichmann, der den Weinbau zu neuer Blüte führte. Erst durch den Dreißigjährigen Krieg wurde diese Entwicklung unterbrochen. In Folge der Ereignisse kam der Ort 1619 in die Hand des Kurfürsten und unterstand nun dem Amt Dresden. Zu den wichtigsten Ereignissen in der Ortsgeschichte gehören die am 15./16. August 1645 in Cossebaude begonnenen Vorverhandlungen zum Friedensvertrag von Kötzschenbroda, der für Sachsen den Dreißigjährigen Krieg beendete. An diesen erinnert der “Friedensstein” vor der gleichnamigen Gaststätte an der Meißner Landstraße. Bis ins 19. Jahrhundert lebten die Bewohner des Dorfes vorrangig vom Obst- und Weinbau sowie der Landwirtschaft.
Ein Großteil der Cossebauder Fluren war zugleich Jagdrevier des Kurprinzen, was die wirtschaftliche Nutzung erheblich behinderte. Erst nach der Reichsgründung von 1871 begann die Industrialisierung im Elbtal. Maßgeblich dazu bei trug die 1875 über Cossebaude geführte Eisenbahnstrecke Dresden - Berlin mit einer neuen Elbbrücke bei Niederwartha. Mit der Reblauskatastrophe 1880/81 endete die Bedeutung des Weinanbaus für den Ort endgültig, obwohl noch bis 1945 einige gewerbliche Weingüter bestanden.
Der stark angewachsene Ort war nun als Industriegemeinde ein Zentrum der industriellen Bauwirtschaft. Zu den deutschlandweit bedeutendsten Firmen aus der Frühzeit des Betonbaus gehörten u. a. die in Cossebaude ansässigen Firmen Windschild & Langelott (1889 gegründet) und Dyckerhoff & Widmann (1890). Bekannt waren auch die Eisenwerke Meurer AG, die ihren Sitz später nach Coswig verlegten. Die Tochter eines Cossebauder Bauunternehmers, Erna Berger machte als Sopranistin Karriere und gehörte viele Jahre zum Ensemble der Semperoper. 1906 erhielt der Ort nach langwierigen Verhandlungen den Straßenbahnanschluss nach Dresden. Ursprünglich war eine Verlängerung der 1899 eröffneten Lößnitzbahn nach Kötzschenbroda über die Niederwarthaer Elbbrücke nach Cossebaude und von dort bis Cotta vorgesehen. Hier sollte der Übergang zur Dresdner Straßenbahn erfolgen. Aus finanziellen und verkehrstechnischen Erwägungen entschied man sich jedoch für eine Verlängerung der bestehenden Straßenbahnlinie nach Friedrichstadt über Cotta - Gohlis bis zum Endpunkt in Cossebaude. Am 27.09.1906 wurde die neue Straßenbahnlinie eröffnet.
Nicht nur die Einwohner Cossebaudes, sondern auch zahlreiche Dresdner nutzten die neue Verkehrsverbindung vor allem an den Wochenenden. Die Obstbaumalleen und Hochflächen um den Ort waren um die Jahrhundertwende, vor allem zur Zeit der Baumblüte, eines der beliebtesten Ausflugsziele der Dresdner Bevölkerung.
Zur Förderung des Tourismus hatte sich 1883 ein Verschönerungsverein gegründet, der neue Wege anlegen ließ und 1906 einen Aussichtspunkt auf der Herrenkuppe schuf. An gleicher Stelle entstand 1913 ein Bismarckdenkmal. Unweit davon erinnern fünf Kastanienbäume an die Cossebauder Sage “Die fünf Brüder”.
Zu den markanten Blickpunkten am Elbhang gehört auch das um 1890 für einen Industriellen errichtete “Weiße Schloss” im neogotischen Tudorstil sowie die heute leider geschlossene Ausflugsgaststätte “Osterberg”.
Cossebaude blieb auch nach 1945 Industrie- und Wohnvorort Dresdens. Der Weinbau, der in den Nachkriegsjahren völlig zum Erliegen gekommen war, lebte in den 70er und 80er Jahren wieder auf und wird heute von einigen Hobbywinzern betrieben.
Am Rande des Ortes entstanden in den 70er und 80er Jahren Neubauten. Bereits 1974 waren die Orte Gohlis, Niederwartha und Teile der Gemeinde Leuteritz nach Cossebaude eingemeindet worden. Nach 1990 folgte Oberwartha. Cossebaude kam mit seinen Ortsteilen am 1. 7. 1997 zu Dresden, besitzt bis heute jedoch als Ortschaft der Landeshauptstadt eine gewisse Selbstständigkeit. In den 90er Jahren erfolgte ein Ausbau der wichtigen Durchgangsstraße nach Meißen. In diesem Zusammenhang wurde die Straßenbahnlinie 1991 durch Busse ersetzt.
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